Eine neue tragende Säule des KunstKulturQuartiers im Bereich Kunst und Ausstellung ist ab dem 24. Mai 2014 die Kunstvilla. Das neue Museum für regionale Kunst.

In einer charakteristischen Villa der Gründerzeit verortet, wird ein ganz besonderer Rahmen geschaffen, um Kunst der Region seit 1900 zu dokumentieren und zu präsentieren. In kunsthistorischer Hinsicht wir mit dieser neuen Institution eine Lücke geschlossen, denn neben den bedeutenden Beständen Nürnberger Provenienz im Germanischen Nationalmuseum und den Schätzen des Fembohaus wird mit den in der Kunstvilla präsentierten Werken ein Brückenschlag in die Jetzt-Zeit möglich.

Die historische Villa

Ende des 19. jahrhunderts war die Marienvorstadt ein bevorzugtest Wohngebiet wohlhabender Familien. Die Villa in der Blumentraße 17 wurde 1894 vom jüdischen Ehepaar Emil Hopf (1860 - 1920) und seiner Frau Elisabeth Auguste (1870 - 1932) errichtet. Sie stelllt heute inmitten der Nachkriegsbebauung das einzige Gebäude dar, das noch von der ehemals herrschaftlichen Wohnbebauung zeugt. 
Die Bauplände der im Stil des Historismus mit Renaissance- und Barockzitaten errichteten Villa zeichnete der Frankfurter Villenarchitekt Heinrich Theodor Schmidt (1834 - 1904), der auch das Palmenhaus in Frankfurt erbaute.
Kurz vor Hopfs Tod wurde die Villa an das jüdische Unternehmerpaar Paul und Margarete Grünfeld verkauft. Die Inhaber der Gesellschaft für Elektrometallurgie nutzten die Villa als Firmensitz womit der Wandel vom Wohn- zum Geschäftsgebäude vollzogen war. Im Nationalsozialismus wurde den Inhabern im Zuge der "Arisierung" die Villa durch das Land Bayern entzogen und zunächst als Pensionsbetrieb genutzt, später dann vom Städtischen Straßen- und Flussbauamt bezogen. Nach dem Krieg wurde die Villa Margarete Grünfeld zurückerstattet, welche diese 1959 an das Pressehaus verkaufte. In den 1960er Jahren wurde die Villa zum Hotel "Blumenhof". Ab Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Villa dann als Bibliothek und Lagerraum genutzt, bis 2006 schließlich Bruno Schell, der Verleger der Nürnberger Nachrichten, die Villa der Stadt Nürnberg als Standort der "Neuen Fränkischen Galerie" stiftete.

Im September 2011 begann nach langer Planungsphase die Renovierung der Villa. Als Grundmaxime der Umbauplanung galt, das holzvertäfelte Treppenhaus als historischen Kern wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzuführen und die überlieferten Oberflächen im gesamten Gebäude soweit wie möglich zu erhalten. Dies betraf vor allem Fenster, Böden und Holzvertäfelungen sowie den Fliesenboden von Villeroy & Boch aus der Erbauungszeit im Gartengeschoss. 
In Ihrer Raumaufteilung präsentiert sich die Villa heute im Großen und Ganzen wie in der Erbauungszeit. Von den wertvollen Interieurs konnten große Teile in die Gegenwart gerettet werden. Und so wird das Gebäude fortan als Kunstmuseum den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart spiegeln.

Die Sammlung

Die Kunstvilla zeigt regionale Kunst von 1900 bis heute. Seit der Gründung der ehemaligen "Fränkischen Galerie" 1930 wurden von der Stadt gezielt Werke Nürnberger und fränkischer Künstler angekauft, um das regionale Kunstgeschehen zu dokumentieren. Zwar wurde die Sammlungstätigkeit nicht durchgehend fortgeführt, denn seit der 1967 erfolgten Umbenennung der "Fränkischen Galerie" in Kunsthalle Nürnberg, wurden die regionalen Kunstbestände zu einem großen Teil zur Ausstattung der städtischen Verwaltung verwendet oder verwahrt. 
Mit der Eröffnung der Kunstvilla werden diese Werke erstmalig wieder gezeigt und die Sammlung durch weitere Schenkungen, Zustiftungen und Leihgaben vergrößert.