Der Kleingarten ist für viele der Inbegriff deutscher Gemütlichkeit. Doch längst sind es nicht mehr nur Senioren, die hier sorgsam Blumen und Gemüse anbauen und sich erholen. Insbesondere junge Familien werden von der Idylle und der Geselligkeit der Kleingartenvereine außerhalb der dicht bebauten Innenstädte angezogen. Im Nürnberger Laubenmuseum können sieben liebevoll restaurierte Gartenlauben aus den 20-er und 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts von innen und außen besichtigt werden.

Mehr als eine Million Kleingärten gibt es in Deutschland, davon alleine mehr als 20.000 in Nürnberg. Kleingartensiedlungen wurden im frühen 19. Jahrhundert angelegt, um der Verarmung der Stadtbevölkerung entgegenzuwirken. Andere entstanden aus einer pädagogischen Bewegung, bei der Arbeiterkinder mit Beeten und Spielwiesen die Natur nahegebracht werden sollte, und entwickelten sich schnell zu einem sonntäglichen Refugium für die ganze Familie. Im Nürnberger Laubenmuseum kommen Romantiker voll auf ihre Kosten. Je nach Blickwinkel wirken die wunderbar erhaltenen Gartenlauben aus dem frühen 20. Jahrhundert wie zu groß geratene Puppenstuben oder wie zu klein geratene Bauernhäuser - inklusive leuchtendem Blumenschmuck auf Fensterbank oder Veranda. Nürnberg hat übrigens noch einen Geheimtipp für alle Fans von Gartenlauben zu bieten: die Kleingärten im Nürnberger Burggraben.