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Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis 2017

Alle zwei Jahre verleiht die Stadt Nürnberg den Internationalen Menschenrechtspreis an Gruppen oder Einzelpersonen, die sich unter hohem persönlichen Risiko und in vorbildlicher Weise für die Wahrung der Menschenrechte weltweit engagieren. 2017 geht die international anerkannte Auszeichnung an den ehemaligen syrischen Militärfotografen "Caesar".

Der israelische Künstler Dani Karavan, Architekt der Straße der Menschenrechte, und Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly übergaben die Auszeichnung stellvertretend an die französische Journalistin Garance Le Caisne. (© Christine Dierenbach/ Stadt Nürnberg)

Unter dem Decknamen "Caesar" brachte der ehemalige Militärfotograf gemeinsam mit Unterstützern 28.000 Fotografien von Leichen syrischer Soldaten und Oppositioneller, die durch Folter, Krankheit, Unterernährung oder Hinrichtungen in syrischen Gefängnissen starben, aus dem Land. Im Januar 2014 wurden die Fotografien im Internet veröffentlicht und sorgten weltweit für Aufsehen, eine Anklage Syriens vor dem Internationalen Gerichtshof scheiterte aber am Veto Russlands und Chinas im Sicherheitsrat der UNO. Dennoch legen die Fotografien Zeugnis ab über die Todesmaschinerie des Assad-Regimes.

Aus Sicherheitsgründen ist weder Gesicht noch Wohnort des Preisträgers bekannt. Daher hat die französische Journalistin Garance Le Caisne, die "Caesar" interviewt und ein Buch über ihn veröffentlicht hat, den Preis bei der feierlichen Verleihung am 24. September 2017 im Opernhaus Nürnberg entgegen genommen.

Geschichte des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises und Rahmenprogramm

Seit 1995 wird der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis als Antwort auf die Rolle Nürnbergs mit der Verabschiedung der Nürnberger Rassegesetze 1935 sowie der Menschenrechtsverbrechen während des Nationalsozialismus alle zwei Jahre verliehen. Inspiriert durch den Bau der  Straße der Menschenrechte durch den israelischen Künstler Dani Karavan entstand die Motivation mit der Stiftung eines internationalen Menschenrechtspreises einen aktiven Beitrag zur Durchsetzung der Menschenrechte weltweit zu leisten.

Heute engagiert sich die Stadt Nürnberg als Stadt der Menschenrechte, des Friedens, der Versöhnung und Verständigung. So findet seit 1999 alle zwei Jahre die  Nürnberger Friedenstafel, organisiert durch das Menschenrechtsbüro der Stadt, statt. Nürnberger Bürger treffen sich hier gemeinsam nach der Verleihung und setzen ein Zeichen für Toleranz und Frieden.

Ebenfalls im Anschluss an die Verleihung fand das  Internationale Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte, vom 27. September bis 4. Oktober, statt. Das Programm beinhaltete internationale Dokumentar- und Spielfilme zum Thema Menschenrechte, unter anderem mit Filmen aus der Türkei, Chile und Myanmar. Highlight war dieses Jahr die Eröffnung am 27. September 2017 durch Hollywood Star und Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave, die ihre erste Regiearbeit "Sea Sorrow" vorstellte.

 Mehr Informationen zum Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis

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