8 Meter hoch sind die 27 Betonsäulen, die die Straße der Menschenrechte vom Kornmarkt her nach dem Gang durch einen stilisierten Triumphbogen säumen. In jeder von ihnen ist, wie auch in der unterbrechenden Säuleneiche und in zwei Bodenplatten, ein Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in deutscher sowie in jeweils einer anderen Sprache eingemeißelt.

Mit dem begehbaren Kunstwerk an der Flanke des Germanischen Nationalmuseums hat der israelische Künstler Dani Karavan nicht nur das Bild Nürnbergs verändert, sondern auch das Bewusstsein einer ganzen Stadt für ihre Verpflichtung gegenüber der Vergangenheit geschärft. Die "Straße der Menschenrechte" in Nürnberg zeigt auf einzigartige Weise die Kraft großer Ideen.

War doch das Siegerkonzept aus einem städtebaulichen Wettbewerb für die Umgestaltung der Kartäusergasse im Rahmen der Erweiterung des Germanischen Nationalmuseums im Jahr 1988 die Initialzündung für eine verantwortungsvolle politische und gesellschaftliche Ausrichtung der gesamten Stadt. Aus der Stadt der Reichsparteitage und der Rassengesetze sollte die Stadt des Friedens und der Menschenrechte werden. Während der feierlichen Eröffnung der "Straße der Menschenrechte" im Jahr 1993 wurde zugleich der "Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg" erstmalig verliehen.