Nicht nur der Baustil und die exquisiten Kunstschätze in St. Sebald sind eine Besonderheit, sondern auch die Tatsache, dass die Reliquien eines katholischen Heiligen in einer evangelisch-lutherischen Kirche aufbewahrt werden. Der Nürnberger Stadtpatron St. Sebald hat seine letzte Ruhestätte in einem Schrein von außergewöhnlicher Schönheit, geschaffen von dem Nürnberger Bildhauer und Rotschmied Peter Vischer.
1230/40 wurde auf den Grundmauern einer dem Hl. Petrus geweihten Vorgängerkirche mit dem Bau der spätromanischen, doppelchörigen Pfeilerbasilika St. Sebald in Nürnberg begonnen. Bis 1379 wurden die Seitenschiffe dieser ältesten Pfarrkirche von Nürnberg erweitert, die Türme im hochgotischen Stil erhöht und der spätgotischen Hallenchor gebaut.
Das bedeutendste Kunstwerk der Kirche St. Sebald ist das Sebaldusgrab. Der Reliquienschrein wurde 1391 von dem Goldschmied Fritz Habelsheimer d.Ä. erschaffen. Peter Vischer entwarf das äußere Tabernakel aus Bronzeguss ab 1488 im Stil der Gotik und stellte es 1519, also nach 31 Jahren, um Elemente der italienischen Renaissance erweitert, gemeinsam mit seinen Söhnen fertig.
Beinahe ausschließlich Ratsmitglieder durften der Kirche St. Sebald Kunstwerke und Altäre stiften. Der Reichtum der Stadt Nürnberg und seiner Patrizierfamilien spiegelt sich in zahlreichen Figuren und Epitaphien des Bildschnitzers und Bildhauers Veit Stoß oder auch in den Glasfenstern von Veit Hirsvogel, die nach Entwürfen von Albrecht Dürer und Hans Süß gefertigt wurden, wieder.

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