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Brücken

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Kettensteg in Nürnberg

Es ist kaum verwunderlich, dass beinahe jeder Besucher Nürnbergs einen Schnappschuss oder eine Postkarte mit nach Hause nimmt, auf der eine Brücke zu sehen ist. Denn die mittelalterliche Stadt hatte sich um den Fluss Pegnitz angesiedelt, der die Lorenzer Altstadt im Süden und die Sebalder Altstadt im Norden voneinander trennt.

Ein Bummel über die historischen Brücken ist allemal lohnend, denn er führt an vielen eleganten Geschäften und Cafés der Stadt vorbei.

Über Henkersteg und Karlsbrücke zum Trödelmarkt

Der Henkersteg verbindet den Trödelmarkt, mit seinen vielen exklusiven Geschäften idyllisch auf einer kleinen Pegnitzinsel gelegen, und den Unschlittplatz. Über diesen Holzsteg gelangte der Henker, im Mittelalter ein Mann, mit dem ein ehrbarer Bürger nichts zu tun haben durfte, von seiner abgeschiedenen Wohnung im Henkerhaus in die Stadt. Errichtet wurde der Henkersteg an seinem heutigen Platz nach dem großen Hochwasser im Jahr 1595, dem sein Vorgänger zum Opfer gefallen war.

Zuerst transportierte man Schweine und ab dem 16. Jahrhundert gebrauchte Gegenstände über die beiden Karlsbrücken zum Handel auf den Trödelmarkt und früheren "Säumarkt". Die Untere Karlsbrücke im Norden, eine Sandsteinbrücke aus dem Jahr 1486, hat Wind, Wetter und Kriege weitestgehend unbeschadet überstanden. Die Obere Karlsbrücke, eine Bogenbrücke aus Sandstein, ersetzte im Jahr 1728 im südlichen Teil einen baufällig gewordenen Vorgänger. Auf den beiden Obelisken in der Brückenmitte sitzt jeweils ein Adler mit Ölzweig im Schnabel, denn sie wurden zu Ehren der "friedensstiftenden" Siege Kaiser Karls VI. über die türkische Armee aufgestellt.

360° Panorama des Henkerstegs

Fleischbrücke und Museumsbrücke verbinden Sebalder und Lorenzer Altstadt

Östlich der Trödelmarktinsel liegt die Fleischbrücke, die von Nürnbergs luxuriöser Einkaufsmeile, der Kaiserstraße kommend, in Richtung Hauptmarkt führt. Auch die Fleischbrücke entstand in ihrer heutigen Form nach dem großen Hochwasser 1595. Sie zählt zu den herausragenden Steinbogenbrücken in Deutschland aus der Spätrenaissance. Durch das 1599 errichtete seitliche Portal mit dem steinernen Ochsen gelangte man früher ins Fleischhaus, in dem die Metzger ihre Waren verkauften, heute spaziert man in westlicher Richtung zum Pegnitzufer hindurch. Gibt man übrigens einem Nürnberger eine sinnfreie Antwort auf eine Frage, hört man gerne den Ausspruch: "Das hätte mir der Ochse auf der Fleischbrücke auch gesagt".

Noch ein wenig weiter östlich gelangt man über die Museumsbrücke vom Hauptmarkt kommend durch die belebte Einkaufsstraße, die Königstraße, zur Lorenzkirche. Auch die Museumsbrücke hat bedingt durch häufige Hochwasser nichts mehr mit ihren Vorgängern aus dem 13. Jahrhundert gemeinsam. Die heutige Brücke wurde 1954, nachdem die alte durch Bomben schwer beschädigt worden war, nach dem Vorbild aus dem Jahr 1700, aber größer, um erneutem Hochwasser standzuhalten, errichtet. Von der Museumsbrücke aus hat man einen wunderbaren Blick auf das historische Heilig-Geist-Spital.

Die ältesten ihrer Art: Maxbrücke und Kettensteg

Westlich der Trödelmarktinsel liegt die frühere Steinerne Brücke und heutige Maxbrücke, 1810 so zu Ehren des bayerischen Königs Maximilian I. benannt. Erbaut wurde sie im Jahr 1457 und ist damit die älteste Massivsteinbrücke innerhalb Nürnbergs. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf Henkersteg und Weinstadel.

Den Abschluss der Tour über die Brücken Nürnbergs bildet der Kettensteg vor der westlichen Stadtmauer. Diese 68 Meter lange Fußgängerbrücke ist die älteste erhaltene eiserne Hängebrücke auf dem europäischen Festland und damit ein Meilenstein der Industriegeschichte. Den Namen Kettensteg gab ihr der Volksmund aufgrund der jeweils drei Meter langen Kettenglieder, an denen sie befestigt ist.


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