Drucken | Empfehlen | Lesezeichen

3 im Web - Events

Ab ins Museum: Besuch im Memorium Nürnberger Prozesse

Ein Besuch im Memorium Nürnberger Prozesse ist einfach ein Muss – und eignet sich perfekt für einen Ausflug am Wochenende.

Schon lange hatten wir es uns vorgenommen und gestern haben wir es endlich geschafft: Ein Besuch im Memorium Nürnberger Prozesse ist einfach ein Muss – und eignet sich perfekt für einen Ausflug am Wochenende.

Nachdem der Zweite Weltkrieg beendet war, wurde ausgerechnet Nürnberg zum Ort des Internationalen Militärtribunals erklärt. Den Hauptkriegsverbrechern des NS-Regimes sollte hier der Prozess gemacht werden. Ankläger waren die vier Siegermächte Frankreich, die USA, die UdSSR und Großbritannien. Zum allerersten Mal in der Geschichte passierte es, dass sich einzelne Personen vor einem internationalen Gericht verantworten mussten.

Folgende Verbrechen wurden als Anklagepunkte genannt:

Verschwörung
Verbrechen gegen den Frieden
Kriegsverbrechen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit

21 der ursprünglich 24 angeklagten Vertreter des NS-Regimes waren für den Prozess nach Nürnberg gekommen. Der Aufwand, der betrieben wurde, um einen solchen Prozess geschehen zu lassen, war riesig: Büros, Übernachtungsmöglichkeiten und eine besondere Infrastruktur für Berichterstatter aus aller Welt, eine Erweiterung des Schwurgerichtssaals und zahlreiche Simultandolmetscher sind nur wenige Punkte, die zu einem reibungslosen Prozessverlauf beigetragen haben.

Übrigens: Es handelt sich nicht nur um eine, sondern gleich mehrere Prozessphasen, die in Nürnberg verhandelt wurden: Vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 führte der Internationale Militärgerichtshof (IMG) den sogenannten Hauptkriegsverbrecherprozess durch, in den Jahren 1946-1949 folgten dann noch zwölf Nachfolgeprozesse, in denen sich Ärzte, Juristen und Vertreter der Militärs vor ausschließlich US-Amerikanischen Richtern verantworten mussten.

Die Urteile der Hauptkriegsverbrecherprozesse wurden neun Monate nach ihrem Beginn verlesen:  Zwölf Angeklagte wurden zum Tode verurteilt, drei zu lebenslanger Haft und vier zu langen Gefängnisstrafen. Drei Angeklagte sprach das Gericht sogar frei. Die Todesstrafen wurden auch in Nürnberg vollstreckt: Am 16. Oktober 1946 wurden die Verurteilten in der alten Turnhalle auf dem Gelände des Nürnberger Gefängnisses gehängt. Hermann Göring, einer der prominentesten Verurteilten, beging wenige Stunden zuvor Selbstmord.

Das Memorium Nürnberger Prozesse informiert uns auf einem spannenden Rundgang, der durch den Dachstuhl des Ostflügels im Justizgebäude verläuft, über Vorgeschichte, Ablauf und Folgen der Verfahren. Große Leuchttafeln, Filmausschnitte und kostenlose Audioguides machen einen Besuch im Memorium zu einer interessanten und gleichzeitig erschreckenden Zeitreise zurück in die 1940er Jahre. Aber auch jüngere Zeiten werden nicht außer Acht gelassen – so schließt die Ausstellung mit einem Blick auf den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Ein Stockwerk unter der Dauerausstellung befindet sich der berühmte Schwurgerichtssaal 600, der nur an verhandlungsfreien Tagen besichtigt werden kann.

Memorium Nürnberger Prozesse, Bärenschanzstraße 72, 90429 Nürnberg, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 10 - 18 Uhr (letzter Einlass 17.00 Uhr), Dienstags geschlossen, Samstag und Sonntag Führungen für Einzelbesucher je 14.00 Uhr


Tags: Events

Weitere Beiträge von Svenja Müller

Ausstellung im Dokumentationszentrum (Foto: Svenja Müller)

Nürnbergs Vorzeigemuseum: Das Dokuzentrum

Svenja unsere Event-Botschafterin für Nürnberg berichtet hier aus dem  Dokumentationszentrum - ein Teil der "Verpflichtenden Vergangenheit".

Mehr Informationen
Paviane im Tiergarten (Foto: Svenja Müller)

Von Affe bis Zebra: Besuch im Nürnberger Tiergarten

Svenja unsere Eventbloggerin macht sich mit ihrem Bruder auf in den Zoo!

Mehr Informationen
Verdächtiger am Augustinerhof (Foto: Svenja)

Auf der Jagd nach dem Mörder im Mitmachkrimi durch Nürnberg

Ein bekannter Nürnberger Kunsthändler treibt tot in der Pegnitz. Er ist aus einem Fenster seiner Wohnung am Henkersteg gestürzt. War es Mord? Dieser Frage und vielem mehr müssen Sie sich stellen beim Mitmachkrimi in Nürnberg...

Mehr Informationen
Erlebniswegweiser Metropolregion Nürnberg (Foto: Svenja)

Erlebniswegweiser für die Metropolregion Nürnberg

Wie wär’s mit einem Reiseführer für die Metropolregion Nürnberg? Im Erlebniswegweiser finden Sie auf 672 Seiten mehr als 1000 Ausflugsziele zwischen Rothenburg, Weiden, Hof und Weißenburg. So groß ist die Metropolregion nämlich. ...Mehr Informationen