Jeweils zwei Jahre lang ist das Nürnberger Christkind Botschafter der Weihnachtsstadt Nürnberg und hat während der Zeit vor Weihnachten einen prall gefüllten Terminkalender. Neben täglichen Auftritten auf Christkindlesmarkt und Kinderweihnacht besucht es karitative Einrichtungen und begrüßt Gäste aus aller Welt. Zwischen 16 und 19 Jahren ist das von den Nürnbergern gewählte Mädchen, mindestens 1.60 Meter groß, und da es den Nürnberger Christkindlesmarkt hoch oben auf der Empore der Frauenkirche mit seinem Prolog eröffnet, muss es natürlich absolut schwindelfrei sein.
Weil er glaubte, dass die katholische Heiligenverehrung die Menschen von Christus, dem einzigen göttlichen Fürsprecher ablenkte, lehnte Martin Luther die Figur des St. Nikolaus als weihnachtlichen Gabenbringer ab. Fortan sollte der Heilige Christ den Kindern die Geschenke auch nicht mehr am 6. Dezember, dem Nikolaustag, bringen, sondern am Weihnachtstag. Je mehr sich dieser Brauch in den protestantischen und später auch in katholischen Gegenden verbreitete, umso mehr nahm das Christkind engelsgleiche Züge an, bekam Flügel, goldene Locken und kostbare, fließende Gewänder.
Und was hat es nun mit dem Nürnberger Christkind auf sich? Waren für die Bescherung der Kinder auf den Märkten anzubieten, war in Nürnberg schon vor Hunderten von Jahren üblich. Aus dieser Tradition entwickelte sich im 17. Jahrhundert der heute weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt. Ab 1933 missbrauchten die Nationalsozialisten den Markt mit sakral anmutenden Zeremonien für ihre Zwecke und ließen ihn von einem Mädchen im Kostüm eines Rauschgoldengels eröffnen. 1948, nach der Kriegspause lebte der Nürnberger Christkindlesmarkt wieder auf und seither eröffnet ihn das Nürnberger Christkind statt eines Rauschgoldengels alljährlich auf der Empore der Frauenkirche.
Jetzt ansehen: 360° Panorama vom Christkind auf der Empore der Frauenkirche am 25. November 2011.

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