Warum sind die Nürnberger Bratwürste so klein?

Dass die Nürnberger Bratwürste kleiner sind als die meisten anderen und hervorragend schmecken, ist allseits bekannt. Aber warum sind sie eigentlich so klein?

Dieser Frage wollen wir nun einmal ein wenig auf den Grund gehen. Es gibt zahlreiche Theorien und Geschichten, die die Größe der Nürnberger Bratwürste versuchen zu erklären. Wir haben hier für Sie einige herausgesucht:

Im Mittelalter gab es eine Sperrstunde. Deswegen fanden die Nürnberger Wirte es sehr praktisch, Bratwürste zu haben, die durch das Schlüsselloch passten. So konnten sie ihre Gäste auch nach der Sperrstunde verköstigen.

Eine weitere Geschichte besagt, dass die Gefangenen in den Nürnberger Lochgefängnissen von Lochwirten mit den Nürnberger Bratwürsten versorgt werden konnten. Diese bohrten extra Löcher in die Wände und reichten den Gefangen die Bratwürste hinein. Deshalb auch Lochgefängnisse!

Eine Legende, die beide Theorien vereinigt ist die des Nürnberger Patriziers Hans Stromer. Er wurde auf lebenslange Haft im Schuldturm verurteilt. Man gewährte ihm jedoch einen letzten Wunsch. Er wünschte sich, dass er an jedem Tag zwei Nürnberger Bratwürste bekäme. Diese wurden ihm dann durch das Schlüsselloch gereicht. Während seiner 38 jährigen Haftstrafe schaffte es Stromer auf 28.000 Bratwürste!

Die wahrscheinlichste aller Geschichten rund um die Bratwurst ist in einer einfachen Strategie begründet, die auch heute noch gerne angewendet wird. Die Größe der Bratwürste wurde verkleinert, der Preis jedoch beibehalten, sodass weniger Wurst produziert werden musste, um das gleiche Geld einzunehmen und somit gewinnbringender zu arbeiten.